Sehnen spielen eine zentrale Rolle bei jeglicher Form von körperlicher Bewegung, nicht nur im Sport. Sie übertragen die Kraft der Muskeln auf die Knochen und sorgen für Stabilität in den Gelenken. Doch gerade diese Strukturen sind anfällig für Überlastungen, was schnell zu schmerzhaften Reizungen oder sogar chronischen Schäden führen kann. Wer langfristig schmerzfrei trainieren will, muss die richtige Balance zwischen Belastung und Regeneration finden.
Warum Sehnen anders und langsamer reagieren als Muskeln
Anders als Muskeln haben Sehnen eine deutlich geringere Stoffwechselrate. Das bedeutet, dass sie langsamer regenerieren und Anpassungsprozesse mehr Zeit benötigen. Während Muskeln sich nach intensiven Belastungen oft innerhalb weniger Tage erholen, brauchen Sehnen für strukturelle Anpassungen Wochen bis Monate. Wer zu schnell das Trainingsvolumen oder die Intensität steigert, riskiert mikroskopische Schäden, die sich über die Zeit zu einer schmerzhaften Tendinopathie entwickeln können. Besonders häufig betroffen sind dabei die Achillessehne, die Patellasehne und die Sehnenansätze der Unterarme.
Die beste Prävention ist eine progressive Belastungssteigerung. Sehnen reagieren positiv auf mechanische Reize, solange sie nicht überfordert werden. Ein moderater und langsamer Anstieg der Trainingslast – sowohl bei Gewichten als auch beim Volumen – gibt dem Sehnengewebe Zeit, sich anzupassen. Dabei sind exzentrische Übungen besonders effektiv, da sie die kollagenen Fasern der Sehne gezielt stärken.
Auch biomechanische Faktoren berücksichtigen
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Regeneration. Schlaf, Ernährung und ausreichende Pausen zwischen intensiven Trainingseinheiten sind essenziell, um Sehnenproblemen vorzubeugen. Hochwertiges Protein und Vitamin C sollen die Kollagensynthese fördern, während übermäßige Entzündungsreaktionen durch eine ausgewogene Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren gedämpft werden können.
Neben der Trainingssteuerung spielen auch biomechanische Faktoren eine Rolle. Fehlhaltungen, eine unzureichende Beweglichkeit oder muskuläre Dysbalancen können die Belastung auf bestimmte Sehnenbereiche erhöhen und das Verletzungsrisiko steigern. Wer langfristig beschwerdefrei trainieren möchte, sollte daher regelmäßig auf seine Technik achten und gegebenenfalls gezielt an Mobilität und Stabilität arbeiten. Wer klug trainiert, muss ansonsten keine Abstriche machen.